… digitalen Fortschritt

Ticker-Abschiedsbrief
Ticker-Abschiedsbrief

Martin Schulz hat heute eine Laudatio auf Jaron Lanier gehalten, der den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels entgegen genommen hat. Hm, der Link funktioniert nicht mehr, der Inhalt wurde offenbar gelöscht. Eigentlich wollte ich daraus zitieren und deutlich machen, in welchen Punkten ich Martin Schulz zustimme und in welchen ich ihm entschieden entgegentrete, dann halt anders:

Wir brauchen mehr Menschen, die die Digitalisierung der Gesellschaft „aktiv, konstruktiv und kreativ“ mitgestalten! Wir brauchen mehr Menschen wie @pausanias, @rjaeger und @lino!

Maxim, Ralf und Lino waren bisher meine Schreibgefährten bei dem von @Nico ins Leben gerufenen D64-Ticker, einem täglichen Newsletter des netzpolitischen Vereins „D64 – Zentrum für digitalen Fortschritt„. Seit November letzten Jahres haben wir abwechselnd täglich bis zu 1500 Ticker-Abonennten über aktuelle netzpolitische wie auch gesellschaftspolitische Entwicklungen auf dem Laufenden gehalten. Ich hatte unglaublich viel Spaß damit und konnte meiner Kreativität freien Lauf lassen, mein persönlicher Favorit: „Sichere Mails mit D64 verschicken: Demail64„. Maxim hat ausführlich über unseren internen Click- und Openraten-Wettbewerb gebloggt: Hinter den Kulissen des D64-Tickers und im Sinne des Wettbewerbs habe ich sogar einen Blick in den Maschinenraum zur Ermittlung der erfolgreichsten Einzelticker geworfen. Die Ergebnisse waren jedoch so eindeutig (Maxim!), dass mein Ego von der weiteren Kommentierung absieht. Zur Ticker-Anmeldung geht’s übrigens hier.

Meine Zeit beim Ticker-Team geht zu Ende, ich ziehe zu neuen Ufern. Frei nach Schumpeter bringt das dem Ticker-Team neue (und dringend notwendige, har har) Impulse: Ab sofort gesellen sich @kekstester, @worthansa und @typophia zu den drei verbleibenden Herren und D64 pusht damit weiter das Thema Frauenanteil und Genderpopender, wie Maxim es so freundlich ausdrückt. Der letzte Kracher dahingehend ist übrigens das hier: Gemeinsam mit EDITION F suchen wir „25 Frauen für die digitale Zukunft„. Unbedingt mitmachen und gleich noch einen ausführlicheren, weil lohnenden Blick auf EDITION F werfen!

Was hat mir der Ticker gebracht? Eine Tüte Gummibärchen und einen handgeschriebenen Brief (handgeschrieben! <3) aus dem D64-Hauptstadtbüro a.D. Bonn. Mehr, als ich jemals erwartet hatte, denn eigentlich will ich nur, dass die vielen klugen Menschen, die sich im D64 engagieren, Gehör finden, wofür der Ticker ein erstklassiger Kanal ist. Martin Schulz hat in seiner Laudatio sinngemäß gesagt, dass wir insbesondere die politische Diskussion über die der Digitalisierung folgenden Veränderungen nicht nur den Netzpolitikern und „Nerds“ überlassen dürfen (und vergreift sich damit an 20 Jahren alten Vorurteilen/Schubladen).

Bitte aber auch nicht ohne sie. Und ohne uns, den D64.

P.S.: Zu Lanier ist beim Merkur Blog alles gesagt worden.

Update: Einmal richtig hingucken und man findet die entscheidende Textstelle aus Martin Schulz Rede inklusiver richtiger Einordnung in Gesamtzusammenhänge bei netzpolitik.org.

2 Gedanken zu “… digitalen Fortschritt

  1. also, in der Rede steht:
    „Wir müssen uns auch von der Wahrnehmung verabschieden, dass es eine Trennung zwischen analoger und digitaler Welt gibt. Das war einmal. Wir haben nur diese eine Welt und für die müssen wir ein friedliches Zusammenleben organisieren. Bei fast allen sogenannten Netz-Fragen geht es im Wesentlichen um gesellschaftspolitische Fragen, die wir schon in der analogen Welt kannten. Deshalb ist es nicht entscheidend, was Netzpolitiker oder Netzaktivisten sagen, sondern auch derjenige, der kein digital native ist, hat ein Mitspracherecht in dieser Diskussion. Denn wenn wir diese Fragen allein den technischen Experten, den Programmierern und Nerds überließen, lebten wir in einem selbstreferentiellen System, es käme zur Herrschaft der Ingenieure und Mathematiker, zu einer Expertenregierung im Platon´schen Sinne. Das wäre dann sicher keine Demokratie mehr.“

    und ich kann daran nichts Negatives finden. Bei Netzpolitik.org wird wieder reflexartiges Sozibashing betrieben.

    Ach, und vielen Dank für das viele Getickere! 🙂

  2. Micht stört vor allem eins: „Netzpolitiker/Netzaktivist“ =/= „Techn. Experte/Programmierer/Nerd“. Aber man kann ja nicht alles haben…

    So, und jetzt vergreife ich mich erstmal an den Haribo!

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