Habe ich irgendetwas vergessen? – Have I forgotten anything?

Noch einmal 'Den Gamle By'
Bild: Lutz Mache | CC

Ich bin ein ungewöhnlicher deutscher Mann.
Ich esse keinen Schinken.
Ich esse keinen Speck.
Ich rauche nicht.
Ich treibe Sport.
Ich esse keine Süßigkeiten.
Ich bin freundlich und beliebt.

Und, am wichtigsten: Ich trinke kein Bier!

————————————————
I am a very unusual german guy.
I don’t like ham.
I don’t like bacon.
I don’t like smoking.
I don’t really like sweets that much.
I do like sports.
I am polite and popular.

And most important: I don’t like beer.

Have I forgotten anything?

Veröffentlicht unter Allgemein | Verschlagwortet mit , , | 4 Kommentare

Dänische Eigenheiten, Teil 2

Wetter in Dänemark
Bild: Lutz Mache | CC

Liebes dänisches Wetter,

ab sofort gehen wir getrennte Wege. Mir reichts und ich bin nicht der Einzige, der so denkt. Dabei hat es doch so schön angefangen. Die ersten Tage Sonnenschein, 20°C, wenig Wind und ich hatte tatsächlich eine Verwendung für meine vier mitgenommenen kurzen Hosen. Doch da bin ich ja auch noch Bus gefahren, wo du mich relativ wenig ärgern konntest.

Aber dann ging es los: Ich habe es noch für einen schlechten Scherz gehalten, dass es ausgerechnet an dem Tag geregnet hat, an dem ich mein Fahrrad gekauft habe und 4 km durch die Stadt zurückradeln musste. Und auch als ich von “Den Gamle By” diesen fiesen Berg zurück nach Hause verregnet überwinden musste, dachte ich noch an Zufall.

Doch die letzten Tage haben das sprichwörtliche Fass zum Überlaufen gebracht! Schaue ich früh aus dem Fenster und entscheide mich dank Sonnenschein für das Fahrrad, lässt du es fünf Minuten später wie aus Gießkannen regnen -- natürlich, wenn keine Möglichkeit mehr zum umkehren besteht. Nicht einmal auf Regenpausen ist Verlass. Hinterlistig hast du mich in die Zange genommen, als ich am Montag vor der ersten Vorlesung einen monsunartigen Regenfall abwartete und mit Elliott auf eine Regenpause gehofft habe. Sie kam, doch nachdem wir uns auf den Sattel geschwungen haben, schüttete es nur noch stärker. Vier Stunden Vorlesung mit nasser Jeans und Pullover ist kein Spaß!

Meine Entscheidung, mich von dir zu trennen ist nach dem gestrigen Tag gefallen. Nach zwei kräftigen Duschen hatte ich nicht einmal mehr trockene Schuhe, um auf die Party am Abend zu gehen und ich musste zuhause bleiben.

Mach doch was du willst, ab sofort ignoriere ich dich!

Dein von dir enttäuschter
Lutz

P.S.: Was hälst du von Gene Kelly? Der kann mit dir wenigstens etwas anfangen… Und steppen kann er auch noch!

Veröffentlicht unter Dänische Eigenheiten | Verschlagwortet mit , , | Hinterlasse einen Kommentar

Bang!! Youre Dead

Bang!! Youre Dead
Bild: Lutz Mache | CC

Ich habe die letzten Tage diesen gerade frisch gestarteten Blog leider etwas schleifen lassen, deswegen folgen die Tage in aller Kürze ein paar Impressionen aus der letzten Woche. Angefangen beim ARoS-Kunstmuseum mitten im Stadtzentrum von Århus:

Ich gehe leider viel zu selten in Museen und Kunstausstellungen und bin daher immer wieder verblüfft, wie Kunst in so gebündelter Form auf mich wirkt. Das ARoS vereint verschiedene Kunstrichtungen und -epochen auf mehreren Ebenen, jeweils mit eigenen ständigen Ausstellungen. Ich habe knapp 3 1/2h im ARoS verbracht und immer noch genug über, um sehr wahrscheinlich ein zweites Mal hinzugehen.

Besonders beeindruckt war ich von der “Faith, Hope and Love”-Ausstellung des dänischen Fotografen Jacob Holdt, der in beginnend in den 70er Jahren durch Amerika getrampt ist und zahlreiche Bilder und Geschichten über das soziale Ungleichgewicht in den Staaten wieder nach Dänemark zurückgebracht hat. Alle Bilder könnt ihr euch in meinem Picasa-Album ansehen, hier sind ansonsten ein paar Impressionen:

Veröffentlicht unter Allgemein, Eindrücke | Verschlagwortet mit | Hinterlasse einen Kommentar

Dänische Eigenheiten, Teil 1

Eine Nummer, die ich beim Bäcker gezogen habeBild: Lutz Mache | CC

Als ich am Freitag das erste Mal bei einem richtigen Bäcker war (sonst gibt es immer nur das “günstigste” Schwarzbrot aus dem Supermarkt), hab ich nicht schlecht gestaunt: Ich musste doch tatsächlich eine Nummer ziehen! Was ich sonst nur auf Behördengängen und bei IKEA in der Reklamation (“Kundenservice”) erlebt habe, ist nun auch in die gute alte dänische Bäckerstube eingekehrt. Dabei wollte ich nur diese leckeren Mini-Hotdogs und keinen Passierschein A 38 erstehen.

In der näheren Betrachtung macht dieses Nummerngeziehe durchaus Sinn: Die Theke war relativ lang und die Produktauswahl stattlich. Jeder Kunde zieht sich also eine Nummer, läuft die Theke ab, sucht sich die Produkte seiner Wahl aus und muss deswegen nicht befürchten, dass ihm jemand den Platz in der Schlange wegnimmt.

Ich habe meinen Dänisch-Lehrer Carsten Præst danach gefragt und er ist der Meinung, dass jenes Nummernziehen ein Teil der dänischen Kultur sei. Die Dänen sind in einigen Dingen nicht sehr freundlich, insbesondere im Schlange stehen. Es ist also ein Versuch, Ordnung in das dänische Gedränge in der Warteschlange zu bringen. Er erzählte mir das mit einem Augenzwinkern, was mich jedoch nicht davon abhielt, beim nächsten Bankbesuch (ja, auch dort) grinsend eine neue Nummer zu ziehen.

Veröffentlicht unter Dänische Eigenheiten | Verschlagwortet mit , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Was ich bisher vermisse

  1. Mein Fahrrad
  2. Meine tollen gefütterten Lederhauslatschen
  3. Meine Jogging-Hose
Veröffentlicht unter Allgemein | Verschlagwortet mit | Hinterlasse einen Kommentar

Rødgrød med fløde…

… oder auch: “Röllgröllmüllflüll”.

Bild: Olaf SimonsBild: Olaf Simons | CC

Rødgrød med fløde ist in der Regel das erste Wort, welches dich ein Däne aufsagen lässt, wenn du kein Dänisch sprechen kannst. Denn “Rote Grütze mit Sahne” ist ein äußerst fieser Zungenbrecher.

Wie schon gesagt, absolviere ich gerade den 2-Wochen-Dänisch-Crash-Kurs “Destination DK”. Und das Crash kann wörtlich genommen werden, weil ich nach den 2 Wochen erst einmal eine Woche Pause brauche. Früh um 7 raus, ca. 4 Stunden Sprachkurs, am Nachmittag kulturelle Aktivitäten und abends noch bis in die Nacht feiern – schließlich muss man noch jede Menge Leute kennen lernen.

Die dänische Sprache ist tatsächlich für jemanden, der fließend Deutsch und Englisch spricht und die ersten Grundregeln kennt, gar nicht so schwer. Ich habe das Gefühl, dass sie zu jeweils einem Drittel aus deutschen, englischen und “nordischen” Vokabeln besteht und die Grammatik der deutschen ebenso sehr ähnlich ist – aber vor allem einfacher.

Die kulturelle Aktivität des heutigen Tages war bei herrlichen Wetter der Besuch des “Den Gamle By“, einem kleinen Museumsdorf, welches 1914 errichtet wurde. Ich habe in mein Picasa-Webalbum ein paar Fotos veröffentlicht, hier eine kleine Auswahl:

Veröffentlicht unter Eindrücke | Verschlagwortet mit , | Hinterlasse einen Kommentar

Ich bin dann mal da…

facebook-abschied

Hej (das heißt “Hallo” in Dänisch – schwer zu erraten) zusammen,
mittlerweile neigt sich mein vierter Tag dem Ende zu und ich weiß gar nicht, wo ich mit dem Erzählen anfangen soll. Erst einmal vorweg:Alle Postkarten, Liebesbriefe, Geschenkpakete, etc. gehen bitte an

Lutz Mache
Snogebæksvej 13 room 24
8210 Århus V
Denmark

Ich wohne im Studentenwohnheim “Vilhelm Kiers Kollegiet“, welches das zweitgrößte seiner Art in Århus ist. Es liegt im Nordwesten der Stadt, aber gar nicht weit von der Universität und dem Stadtzentrum entfernt. Die insgesamt 21 Häuser sind vor einigen Jahren renoviert worden und beherbergen ca. 650 Studierende. Ich wohne auf einem Flur mit 11 weiteren Kommilitonen und wir teilen uns gemeinsam eine große Küche – jeder hat sein eigenes Bad, bzw. eigene Naßzelle. Ich bin eigentlich ganz zufrieden damit, es entspricht etwa dem, was ich erwartet habe. Leider hatte ich Pech bei der Lage meines Zimmers. Es liegt in der letzten Ecke des Geländes und mein (einziges) Fenster hat eine Schnellstraße vor sich. Hier mal zur Veranschaulichung eine Übersicht von Google Street View:



Die ersten beiden Wochen meines Aufenthalts absolviere ich einen Dänisch-Crash-Kurs, der sich “Destination DK” nennt. (Zur dänischen Sprache werde ich später noch etwas schreiben) Das hat natürlich diejenigen Studierenden, die schon eher angekommen sind, nicht davon abgehalten, sich vorher über Facebook zu verabreden und sich in einer Bar zu treffen. Ich war dabei und was soll ich sagen: Es ist einfach unglaublich. Am selben Tisch haben Amerikaner, Neuseeländer, Australier, Japaner, Engländer, Iren, Deutsche, Franzosen, Spanier, Tschechen und noch mehr zusammengesessen, sich kennengelernt und teilweise schon Bruderschaft getrunken ;-) Es gibt wohl kaum bessere Möglichkeiten zur Völkerverständigung, ich bin immer noch absolut fasziniert darüber. Die Deutschen sind aufgrund der Grenznähe stärker vertreten, bei über 150 ERASMUS-Studierenden kann man sich aber auch aus dem Weg gehen, wenn man möchte.

Ich muss hier noch ein wenig an der Technik basteln, das war es fürs Erste, ich melde mich bald wieder!

Veröffentlicht unter Allgemein, Eindrücke | Verschlagwortet mit , | Hinterlasse einen Kommentar