
Bild: Lutz Mache | CC
Liebes dänisches Wetter,
ab sofort gehen wir getrennte Wege. Mir reichts und ich bin nicht der Einzige, der so denkt. Dabei hat es doch so schön angefangen. Die ersten Tage Sonnenschein, 20°C, wenig Wind und ich hatte tatsächlich eine Verwendung für meine vier mitgenommenen kurzen Hosen. Doch da bin ich ja auch noch Bus gefahren, wo du mich relativ wenig ärgern konntest.
Aber dann ging es los: Ich habe es noch für einen schlechten Scherz gehalten, dass es ausgerechnet an dem Tag geregnet hat, an dem ich mein Fahrrad gekauft habe und 4 km durch die Stadt zurückradeln musste. Und auch als ich von “Den Gamle By” diesen fiesen Berg zurück nach Hause verregnet überwinden musste, dachte ich noch an Zufall.
Doch die letzten Tage haben das sprichwörtliche Fass zum Überlaufen gebracht! Schaue ich früh aus dem Fenster und entscheide mich dank Sonnenschein für das Fahrrad, lässt du es fünf Minuten später wie aus Gießkannen regnen -- natürlich, wenn keine Möglichkeit mehr zum umkehren besteht. Nicht einmal auf Regenpausen ist Verlass. Hinterlistig hast du mich in die Zange genommen, als ich am Montag vor der ersten Vorlesung einen monsunartigen Regenfall abwartete und mit Elliott auf eine Regenpause gehofft habe. Sie kam, doch nachdem wir uns auf den Sattel geschwungen haben, schüttete es nur noch stärker. Vier Stunden Vorlesung mit nasser Jeans und Pullover ist kein Spaß!
Meine Entscheidung, mich von dir zu trennen ist nach dem gestrigen Tag gefallen. Nach zwei kräftigen Duschen hatte ich nicht einmal mehr trockene Schuhe, um auf die Party am Abend zu gehen und ich musste zuhause bleiben.
Mach doch was du willst, ab sofort ignoriere ich dich!
Dein von dir enttäuschter
Lutz
P.S.: Was hälst du von Gene Kelly? Der kann mit dir wenigstens etwas anfangen… Und steppen kann er auch noch!